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| Beitrag vom 01.12.2008, 11:38 Uhr | Armut und Radikalismus = Terror? |
In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere Della Sera“ von Sonntag, dem 30.11.2008, erklärt der französische Schriftsteller Dominique Lapierre daß es in Indien keine Konflikte aus religiösen Gründen geben würde. Dem widersprechen jedoch Ausschreitungen zwischen Hindu und Christen im indischen Unionsstaat Orissa. Ich stimme Lapierre voll zu wenn er meint das die meissten Konflikte aufgrund der Armut geführt werden. In meinen Augen wäre das sowas wie ein Klassenkampf der verschiedenen Konfessionen gegen die reiche Oberschicht. Armut ist aber auch der beste Nährboden auf dem radikales Gedankengut und Handeln gut gedeihen. Hier vermischt sich später der „Klassenkampf“ gegen die Armut und Hungersnot mit „radikal-religösen“ Elementen (Indien hat es bis heute nicht ausreichend geschafft den Großteil seiner Bevölkerung am Wohlstand teilhaben zu lassen). Das Erste nährt sich von der Armut und dem Elend. Das Zweite gibt es als Zugabe zum Ersten. Denn wenn die reiche Oberschicht größtenteils einer Religion angehört mit der sich die arme Unterschicht kaum oder gar nicht identifiziert oder gar respektiert sind dies die besten Voraussetzungen für eine extrem explosive Mischung. Mischt man dies mit Zutaten vom „Krieg der Kulturen“, dem Unilateralismus der USA, dem Konflikt im mittleren Osten dann ergibt sich daraus ein neues Mosaik in welches auch die Terroranschläge von Mumbai rein passen.
Meiner Ansicht nach ist das eigentliche Ziel nicht die Vernichtung der Sionisten und ihrer Verbündeten, sondern das Zunichtemachen der wackligen Annäherungsversuche zwischen Indien und Pakistan. Ein Krisenherd der weit mehr Potential freigeben würde als es der mittlere Osten je könnte (Wir haben es bei Indien und Pakistan mit 2 Atommächten zu tun).
Was die Welt nun am wenigsten braucht sind gegenseitige Anschuldigungen von Islamabad und Neu Dehli. Die politische Lawine der Terroranschläge würde beide Regierungen in die eisigen Tiefen der Diplomatie reißen. Damit hätten die Urheber der Anschläge auf das wirtschaftliche Herz Indiens einen vollen Sieg errungen. Sollte es zum schlimmsten kommen hätten wir mit Indien und Pakistan Zwei Atommächte mit einer wackligen Innenstruktur, voll mit sozialen und ideologischen Spannungen. Denn das heutige Bild beider Länder ist mehr als beunruhigend.
Die Seele des Menschen hat leuchtende Gipfel und tiefschwarze Abgründe. Hungernot, Armut, Elend. Das sind die Zutaten aus denen radikale Ideologien entstehen. Wenn man dann noch die Gleichgültigkeit, Überheblichkeit und Unterdrückung dazu nimmt haben wir den perfekten Selbstmord-Terroristen. Und wer kümmert sich schon um die anderen wenn er nichts mehr zu verlieren hat?
Andy
mysay@inbox.com
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